"Aktiv mit Stress umgehen"

Freitag 29. Oktober 2021, 15.00 - 19.00 Uhr

 

Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Stiepel,

Brockhauser Straße 74a, 44797 Bochum (bei der Dorfkirche)

 

 

Referent: Wolfgang Böhrer

 




Kursbeschreibung:

 

 

Aktiv mit Stress umgehen -

 

                    Spielerische Lösungen mit Hilfe von Musik

 

 

 

Ist Musikmachen ohne spezielle Kenntnisse und

Erfahrung auf den Instrumenten nicht noch mehr Stress?

 

 

Das kann ich doch gar nicht!

Da muss ich ja was abliefern und was leisten!

 

 

Es ist mir eh schon alles zu viel!

Ich will lieber meine Ruhe haben und abschalten!

 

 

 

 

 

Ruhe stellt sich nicht von alleine ein, weil im Hintergrund vieles weiter im Kopf herumspukt oder einen körperlich gefangen hält.

 

Wir begeben uns auf die Suche nach einem eigenen Weg, Phasen innerer Ruhe zu erlangen und zu erhalten (Resilienz, Stress-Kompetenz und Prävention).

 

Es ist nicht damit getan, alles Klangliche abzustellen, weil gerade dann vieles in einem selbst weiter klingt, brummt, schwirrt und rattert, wenn keine Einflüsse für Ablenkung oder Fokussierung sorgen.

 

Beim Weg, durch berieselnden Konsum abzuschalten und durchzuatmen, kann es leicht passieren, dass in dem Moment, in dem Sie z. B. den Fernseher abschalten oder das Handy weglegen, alles Bedrängende, Stressende sofort wieder da ist.

 

Also bloß nicht ausschalten? Noch mehr fernsehen und unablässig am Handy daddeln?

 

Oder alternativ etwas tun, was Ihnen selbst ‚gerecht werden kann‘, was Ihren momentanen Bedürfnissen und auch wechselnden Bedürfnissen entspricht.

 

 

 

Wie können sich Phasen von Ruhe und positiver, angenehmer Anspannung abwechseln?

 

Indem Sie bei etwas wirklich, persönlich und angenehm gefordert sind!

 

Indem Ihre eigenen Stärken und ihre Ideen eine Rolle spielen. Eine Hauptrolle.

 

Bei dem es essentiell ist, dass Sie Sie sind.

 

 

Das Mittel dazu soll an dem Thementag stellvertretend ‚Musik in Gruppen‘ sein.

 

 

 

Wie soll das gehen?

 

Wir erzeugen selbst Klänge auf Instrumenten. Dadurch entsteht Resonanz (Mitschwingen mit den eigenen Klängen und den Klängen anderer). Es gilt zwischen Klängen zu unterscheiden, die Sie gerne aufnehmen wollen (und die Sie sich auch erlauben, anzunehmen) und den Klängen, die Sie gerade nicht gebrauchen können. Dementsprechend setzen Sie aktiv ihre Grenzen. Das dürfen Sie!

 

Beim gemeinsamen Spielen ist es möglich loszulassen und Verantwortung abzugeben. Sie sind nicht alleine für die Gesamtmusik verantwortlich. So ist es selbstverständlich erlaubt, den Klängen anderer zuzuhören, zu lauschen.

 

 

Miteinander

 

Die Musik entsteht zusammen. Die Gruppe kann die Klänge nach Belieben mischen, verdichten oder ausdünnen.

 

Wir erkunden gemeinsam die vorhandenen Klänge, mit exemplarischen Fragestellungen:

 

Welcher Klang löst gerade was aus?

 

Wovon hätte ich gerade gerne mehr? Was kann weg?

 

 

 

Stressabbau, Ent-Lastung

 

Stress in Form von innerem Druck kann auch über Klang-Aktionen abgebaut werden. Z. B. Dampf ablassen, mal auf den Putz oder auf die Pauke hauen. Oder sich mit bestimmten Klängen beruhigen, sanft einhüllen?

 

 

 

Kompetenz

 

Es gibt keine allgemeingültigen Klänge, die immer und überall einen bestimmten Effekt bei allen Menschen erzielen, auch wenn das von Herstellern von z. B. ‚Entspannungs-CDs‘ so propagiert wird.

 

Es wäre vielleicht schön, wenn dies so wäre. Doch kann es passieren, dass die Klänge oder Musik heute nicht wirken. Das kann weiteren Stress erzeugen. Brauche ich dann also schnell noch mehr davon, ich bin ja noch gar nicht entspannt? Dabei wird der Druck noch größer.

 

Darum ist es wichtig, sich erst mal ‚selbst auf die Spur‘ zu kommen. Es gibt keine allgemeingültigen Klänge (oder Tätigkeiten), die immer gleich und immer gut wirken. Auch die Bedingungen sind nicht immer genau gleich, weder im ‚Außen‘, noch in einem selbst.

 

 

 

Prävention

 

Das Angebot setzt aufs Entdecken, sich auf die Suche machen dürfen, ohne dass das Ergebnis schon fest steht. Eine gewisse Offenheit dabei ertragen, vielleicht auch wertschätzen, weil gerade nichts Bestimmtes ‚rauskommen‘ muss.

 

Mal etwas nicht ‚wissen müssen‘ oder ‚können müssen‘! Dieses Prinzip ist meist Kindern oder Alten vorbehalten. (Im Erwachsenenenalter geht es leicht verloren oder wird abtrainiert.)

 

Sich Spielräume geben, für Experimente, etwas wagen, dass auch vielleicht mal was ‚misslingen‘ darf, ohne dass alles ‚kaputt‘ ist!

 

Mit etwas ‚halb-Gutem‘ zufrieden sein dürfen oder sich das ‚Optimum‘ abverlangen? Eigene Erwartungen werden im Hier und Jetzt dahingehend überprüft, ob sie nötig sind. Eigene Vorurteile werden in Frage gestellt, ob das alles so sein muss!

 

 

 

 

Im vorgestellten Musikangebot geht es um ein Miteinander, nicht um Gegeneinander. In der gemeinsamen Musik entstehen beim Spielen keine Gewinner oder Verlierer.

  

Sich einerseits treiben lassen dürfen ohne schlechtes Gewissen (und ohne sich mit anderen zu vergleichen). Vom Alltag loslassen und erkennen, welche Bedürfnisse sich dahinter verbergen.

 

Die vergessen oder verschüttet gegangen sind. Für die man keine Zeit hatte oder sich keine Zeit genommen hat.

  

Sie benötigen selbstverständlich keinerlei Vorkenntnisse oder Erfahrungen mit Instrumenten!